GGGB-aktuell | Stand: Oktober 2019

Psyche in der Frauenheilkunde, Sitzung am 16.10.2019

Während in dieser Woche der Ultraschallkongress ISUOG ein internationales Publikum nach Berlin zog, ging es während der wissenschaftlichen Sitzung der GGG-B am 16.10. um die „Psyche in der Frauenheilkunde“.

Die ReferentInnen Herr Dr. Uphoff, Frau Dr. Weißhaupt und Frau Dr. Klapp mit Schriftführerin Frau Dr. Dröge und dem Vorstandsvorsitzenden Herrn Prof. Henrich

Als erste Referentin fasste Frau Dr. Almut Dorn, Psychotherapeutin aus Hamburg, die psychischen Aspekte in der Betreuung von Paaren während der Kinderwunschbehandlung zusammen. Insgesamt liegt die 12-Monats-Prävalenz psychischer Störungen bei Frauen und Männern bei etwa 30 Prozent, unabhängig davon, ob ein Kinderwunsch unerfüllt bleibt oder nicht. Hängt der Erfolg einer Fertilitätsbehandlung nachgewiesenermaßen nicht von der psychischen Verfassung der Patienten ab, so sollten Paaren in Hinblick aber eine psychologische Unterstützung während dieser angeboten werden.

Frau Dr. Dorn über die Prävalenz psychiatrischer Erkrankungen

Im Anschluss präsentierte Frau Dr. Karen Weißhaupt aus der Charité eine Kasuistik zu einer Patientin mit paranoider Schizophrenie: Nach richterlicher Entscheidung gegen die Notwendigkeit einer primären geplanten Sektio war es bei der Patientin ungeplant und nicht vorhersehbar auf der psychiatrischen Station zur unkomplizierten Alleingeburt eines lebensfrischen Neugeborenen gekommen. Auch die Mutter blieb ohne jegliche Geburtsverletzungen. Das Neugeborene wurde postnatal in Obhut genommen. Um potentiell lebensgefährliche Situationen für Mutter und Kind zu vermeiden, wurde in der Charité eine interdisziplinäres SOP (Standard Operating Procedure) erstellt, welche die Schwangerenvorsorge ebenso wie die Geburt und die Planung nach der Geburt umfasst.

Frau Dr. Weißhaupt präsentiert die Erfahrungen der psychiatrisch erkrankten Patientin

Die rechtliche Grundlage für medizinisch notwendige Maßnahmen bei psychiatrisch erkrankten Schwangeren präsentierte der Medizinrechtler Dr. Roland Uphoff aus Bonn: Nach § 630 d Abs. 1 Satz 4 BGB zählt hier für unaufschiebbare Maßnahmen (z.B. Sektio bei pathologischem CTG) die mutmaßliche Einwilligung einer gesunden Patientin. In der Praxis sollte auch die psychiatrische Patientin eine optimale geburtshilfliche Behandlung in der Geburtsmedizin (nicht in der Psychiatrie) erhalten. Generell bedürfen Fixierungen der Genehmigung durch das Betreuungsgericht, sind aber auch ohne derartige Genehmigung zulässig, wenn eine solche nicht rechtzeitig zu erlangen ist. Psychiatrisch auffällige Patientinnen, die nicht im Sinne des Kindeswohls entscheiden können, sind insgesamt selten. Mit ihrer Vorstellung des vom Berliner Senat unterstützten Babylotsenprojekts mit dem Titel „Vom reaktiven- zum präventiven Kinderschutz“ erläuterte Frau Dr. Klapp die Unterstützungsmöglichkeiten von sozial- oder psychisch belasteten Eltern, deren Bedarf ohne ein generelles Screening in der Geburtsklinik nicht erkannt worden wäre. Mittlerweile beteiligen sich alle 18 Berliner Geburtskliniken an dem Projekt, in dem Eltern durch den Einsatz von Sozialarbeiterinnen oder Hebammen sogenannte „frühe Hilfen“ erhalten.

Frau Dr. Klapp über das Babylotsenprojekt

Seinen Ausklang fand der Abend wie immer beim angeregten Gespräch mit Berliner Buffet.


Wissenschaftliche Sitzung am 18.09.2019

Nach der gelungenen Feier zum 175-jährigen Jubiläum der GGG-B im Mai ist die Sommerpause nun beendet.

Zunächst präsentierte Frau Kreienbring, Assistenzärztin im Sana Klinikum Lichtenberg, eine sehr schön illustrierte Kasuistik zum Management einer Isthmozelengravidität. Das Operationsvideo der eleganten Exzision mit kombiniertem laparoskopischem- und vaginalem Zugang nach frustraner oraler MTX-Medikation führte zur angeregten Diskussion u.a. auch über die steigende Prävalenz und das Management von Isthmozelen.

Als ersten Hauptvortrag stellte Frau Dr. Fryszer, Assistenzärztin in der Klinik für Geburtsmedizin der Charité im Campus Mitte, ihre Auswertung über 850 an der Charité versorgten und angezeigten Stuprumfälle vor. Der Auswertung nach sind die Täter in der Hälfte der Fälle zumindest flüchtig bekannt, in 38% ist der Tatort die eigene Wohnung. Über 40% der Taten ereignen sich am Wochenende und insbesondere am Samstag, wobei 75% der Betroffenen angaben, zum Tatzeitpunkt Alkohol konsumiert gehabt zu haben. Der Alkoholeinfluss wurde in einem Drittel der Fälle auch als Erklärung für Erinnerungslücken genannt. In 17% der Fälle konnten K.o. Tropfen festgestellt werden. In der Charité erfolgt die Versorgung der Betroffenen über die Rettungsstelle der Kliniken, weitere Beratungsangebote erhalten die Frauen durch die Gewaltschutzambulanz der Rechtsmedizin (Ansprechpartnerin Frau Dr. Etzold) und durch LARA, einer Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt an Frauen.

Im zweiten Hauptvortrag „Schmerzen statt Lust- Vestibulodynie“ schilderte Herr Professor Mendling aus Wuppertal seine jahrzehntelangen Erfahrungen mit betroffenen Patientinnen. In Anlehnung an den Vortrag von Frau Dr. Fryszer berichtete Herr Professor Mendling von einem erhöhten Auftreten von vorangegangenen Gewalterfahrungen der Patientinnen sowie von häufigem Bestehen einer psychiatrischen Komorbidität (u.a. Depression, posttraumatische Belastungsstörungen). Aufgrund der psychosomatischen Komponente der Vestibulodynie sollten die betroffenen einer multimodalen, interdisziplinären Therapie (Frauenarzt, Schmerztherapeut, Physiotherapie, Psychologe/Psychiater) zugeführt werden. Eine Therapie, die nach multiplen bakteriologische Abstrichen, Pilzkulturen und Probeexzisionen allein auf eine medikamentöse Therapie setzt, ist nicht sinnvoll.

Im dritten Teil der wissenschaftlichen Sitzung stellte sich Frau Dr. Barinoff als neue Chefärztin der Gynäkologie und Geburtshilfe des St. Gertrauden Krankenhauses vor. Zuvor hatte Frau Dr. Barinoff als leitende Oberärztin in der Charité Campus Benjamin Franklin gearbeitet.
Inhalt des Vortrags war die seit 2018 gültige S2K-Leitlinie zum Vaginalkarzinom.
Wichtig ist bei dem sehr seltenen Karzinom (Prävalenz 0,5-1/100.000, vgl. Zervixkarzinom 13/100.000), dass die Behandlungsempfehlungen zumeist auf Expertenmeinungen beruhen, die aus kleinen, retrospektiven Analysen abgeleitet werden.
Unklarheit bestand im Auditorium bei der Diskussion darin, in welche Richtung die Sicherheitsabstände der Resektionsränder bei operativem Vorgehen gewählt werden sollen und wie die Sentinelbiopsie erfolgt.
Frau Dr. Barinoff erklärte, dass die operative Therapie nur indiziert sei, wenn die Tumorentfernung keine Beeinträchtigung der Nachbarorgane mit sich brächte. Dabei spiele die präoperative Diagnostik mit ggf. funktioneller MRT und die Sentinel-Lymphknoten-Darstellung und –Biopsie eine besondere Rolle. Eine Sentinelbiopsie erfolgt durch peritumorales Unterspritzen mit Technetium, welches ggf. durch den Gynäkologen selbst erfolgen muss.

Der Ausklang der Sitzung erfolgte wie immer beim Berliner Buffet. Aktuelle und künftige Mitglieder der GGG-B sind herzlich zur nächsten Sitzung am 16.10.2019 mit dem Hauptthema „Psyche in der Frauenheilkunde“ eingeladen.


Die GGG-B feiert ihr 175-jähriges Jubiläum
am 18. Mai 2019

Prof. Henrich begrüßt die Berliner Gesundheitssenatorin Frau Kalayci beim Eintreffen zur Jubiläumsveranstaltung vor dem Kaiserin-Friedrich-Haus.

Eingeleitet wurden die Jubiläumsfeierlichkeiten mit einem nachmittäglichen medizinhistorischen Spaziergang. Die Gruppe von 50 interessierten Kolleginnen und Kollegen wurde von den GGGB-Beiratsmitgliedern Prof. Ebert und Prof. David fachkundig durch die Berliner Mitte geführt (siehe das Begleitheft zum Spaziergang).
Die vier wichtigsten Stationen des Spaziergangs waren die Besichtigung des Hörsaals der ehem. I. Universitäts-Frauenklinik in der heutigen Tucholskystraße, von Teilen der Straßmannklinik in der Schumannstraße, des Sauerbruchhörsaals in der ehem. Chirurgischen Klinik der Charité und des der Öffentlichkeit sonst nicht zugänglichen Hörsaals der ehem. II. Universitäts-Frauenklinik auf dem Charité-Gelände.

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Videobotschaft von Prof. Dr. med. Anton Scharl

Videobotschaft von Minister Jens Spahn


Medizinhistorischer Spaziergang durch Berlin-Mitte

am Freitag, den 17.05.2019
anlässlich des
175jährigen Bestehens der
Gesellschaft für Geburtshilfe und Gynäkologie in Berlin

zum Begleitheft


Wissenschaftliche Sitzung zum Thema „vorzeitiges Schwangerschaftsende“

Bei nahezu vollständig besetzten Rängen im Auditorium und hochrangigen ReferentInnen wurde bei der wissenschaftlichen Sitzung der GGG-B am 20.03.2019 das Thema des vorzeitigen Schwangerschaftsendes diskutiert.

Nach der Vorstellung von zwei Kasuistiken mit jeweils einer intramuralen Schwangerschaft und dazu eindrücklichen Ultraschall- CT- und Operationsbildern durch Frau Bacovsky aus der Oberhavel Klinik Oranienburg, erfolgte eine spannende Pro und Contra Diskussion zum Schwangerschaftsabbruch per Curettage vs. dem medikamentösen Vorgehen. Beide Rednerinnen, Frau Dr. Zaghloul Abu Dakah und Frau Tennhardt, bewiesen Ihre klinische Kompetenz, ihre umfangreiche Erfahrung und zeigten überzeugende Daten für beide Vorgehensweisen.
Frau Tennhardt gab zu bedenken, dass sich 50-70% der Frauen einen medikamentösen Abbruch wünschten. Einer der Hauptgründe für die Curettage sei hingegen, so die Erhebungen von Frau Dr. Zaghloul Abu Dakah, neben der Sicherheit und der allgemeinen Patientinnenzufriedenheit, auch die für einen medikamentösen Abbruch bereits häufig schon zu weit fortgeschrittene Schwangerschaftswoche.

Von den 100.000 jährlich in Deutschland durchgeführten Schwangerschaftsabbrüchen erfolgen etwa 0,5% nach der 22.Schwangerschaftswoche. Bei gleicher Indikation werden Abbrüche bei jüngeren Frauen tendenziell später durchgeführt, erklärte Herr Privatdozent Weichert in seinem Beitrag zum späten Schwangerschaftsabbruch. Dies hänge möglicherweise mit der später gestellten Diagnose bei jüngeren Schwangeren zusammen, da diese seltener bereits im ersten Trimester einer differenzierten Embryosonographie zugeführt würden.

Als Höhepunkt stellte abschliessend der Hamburger Strafrechtler und Rechtsphilosoph Herr Professor Merkel, Mitglied des deutschen Ethikrates, die rechtliche Lage zum späten Schwangerschaftsabbruch dar. Die Annahme, dass ein Abbruch zwar rechtswidrig, aber straffrei sei, widerlegte er mit der dem BVerfG widersprechenden These, dass in deutschen Gesetzestexten gleichzeitig eine flächendeckende Organisation von Abtreibungsmöglichkeiten gefordert wird und es somit zu einem normenlogischen Widerspruch, einer „falsa demonstratio“ gekommen sei.
Außerdem sei die Annahme, dass Abtreibungen nach medizinischer Indikation sich auf den Feten als Grundrechtsträger beziehen, falsch. Die individuelle Unzumutbarkeit für die Mutter bilde die Indikation, nicht eine körperliche oder geistige Behinderung des Kindes.


Schwerpunktthema der erneut gut besuchten Sitzung der GGG-B am 20.02. war „Uterus“. Zunächst präsentierte Frau Dr. Dröge aus der Klinik für Gynäkologie der Charité Campus Virchow am Beispiel eines Vulvasarkoms eine Kasuistik zur neuen sogenannten tumoragnostischen Therapiestrategie mittels Multi-Gen-Mutationsanalyse.

Frau PD Dr. Lanowska, seit Januar Chefärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe im Vivantes Klinikum am Urban in Kreuzberg, stellte dem Auditorium das Vorgehen bei Endometriumkarzinom im Frühstadium und gleichzeitig bestehendem Kinderwunsch vor. In ihrer Kasuistik legte sie anschaulich die nötigen Voraussetzungen für betroffene junge Frauen dar, die eine Verzögerung der Hysterektomie und damit den Eintritt einer Schwangerschaft möglich machen können.

Nach dem gelungenen Einstieg in das Thema präsentierte Herr Professor Ulrich, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe des Martin-Luther-Krankenhauses, die wesentlichen Aspekte der aktuellen Leitlinie zum Endometriumkarzinom. Eine wichtige Aussage war hier, dass Frauenärzte nicht durch sonographische Untersuchung nach dem Endometriumkarzinom screenen sollen, sondern der klinische Befund einer (zumeist) postmenopausalen Blutung zu weiteren diagnostischen Maßnahmen leiten muss, was die Mortalität im Vergleich zu einem sonographischen Screening nicht verschlechtere. Kritisch wurde die Durchführung eines Schnellschnittes des Hysterektomiepräparates gesehen. Häufig kann auf diese Weise keine sichere Aussage darüber gegeben werden, ob eine >50%ige Infiltration des Myometriums oder eine Zervixinfiltration vorliegt, so dass die Entscheidung zur einzeitigen Lymphonodektomie nicht sicher getroffen werden kann. Die Durchführung einer Sentinellymphonodektomie zeigt vielversprechende Daten, als Standard beim Endometriumkarzinom wird sie in den aktuellen Leitlinien aber nicht aufgenommen.

Nach Prof. Dr. Ulrichs Ausführungen zur Bedeutung der Sonographie bei der Früherkennung des Endometriumkarzinoms, zeigte Herr Dr. Lebek aus der Praxis für Pränatale Diagnostik an der Frankfurter Allee beeindruckende Befunde der 2- und 3D Sonographie des Uterus. Besonders die Abklärung von Uterusfehlbildungen gelingt durch sonographische Untersuchung auch ohne operativen Eingriff.

Zum Abschluss der Veranstaltung wies Herr Professor Henrich auf die Jubiläumsveranstaltung im Mai hin. Interessierte Mitglieder, aber auch Nicht-Mitglieder der GGG-B sind herzlich eingeladen, an der Festveranstaltung am 17. und 18.Mai teilzunehmen. Nähere Informationen folgen in Kürze.


Die erste, gut besuchte Sitzung der GGGB im neuen Jahr am 16.1.2019 startete Frau OÄ Dr. I. Rohr mit einer sehr interessanten Falldarstellung einer außergewöhnlichen dichorialen Zwillingsschwangerschaft, die durch einem Fetus im Corpus uteri und einen Fetus in der Cervix uteri bei gleichzeitiger Plazenta percreta eine Herausforderung darstellte. Letztlich nahm die Schwangerschaft für die Mutter und wenigstens für eines der Kinder einen positiven Ausgang.
Es folgte als Einstimmung auf unser Hauptthema "Zervixkarzinom" Prof.A.Ebert mit der spannenden historischen Schilderung des Lebens und Wirkens von Friedrich Schauta anlässlich seines 100. Todestages und seiner Beziehung zu seinem mindestens so berühmten Schüler Ernst Wertheim. Es war wieder erstaunlich, dass die Prinzipien ihrer beider operativen Methoden nach über hundert Jahren noch heute Relevanz haben.
Anschließend hielt Herr OA PD Dr. M.Z. Muallem, ein engagiertes Plädoyer für das primär operative Vorgehen bei fortgeschrittenem Zervixkarzinom, was in der nachfolgenden Diskussion zu einem belebenden Meinungsaustausch mit dem Auditorium führte. Frau Dr. A.Tamm-Hermelink zeigte in ihrem Vortrag sehr anschaulich den Stellenwert, die Möglichkeiten und Grenzen der modernen Strahlentherapie des Zervixkarzinoms unter der Prämisse der Leitlinie. Einigkeit bestand darüber, sowohl Über- als auch Untertherapien zu vermeiden.
Zum Abschluss ermöglichte uns Frau OÄ Dr.K.v.Weizsäcker einen inspirierenden Einblick in die Arbeit von Ärzte ohne Grenzen. Sie berichtete von ihren geburtshilflichen Einsätzen und Arbeitsbedingungen in Kliniken von Afghanistan und erntete große Anerkennung für diesen Einsatz.


Das Auditorium lernt über die Zange... Wissenschaftliche Sitzung am 21.November mit Vorstellung der Perinataldaten 2017 und Ausführungen über die vaginal-operative Geburtshilfe

Am letzten Mittwoch, den 21.11. füllte sich der Saal des Kaiserin-Friedrich-Hauses bis auf den letzten Platz, so dass wir mit über 180 Teilnehmern auf die publikumsreichste wissenschaftliche Sitzung der letzten 20 Jahre zurückblicken.

In eloquenter Moderation durch den Vorsitzenden der GGG-B, Herrn Professor Henrich und unter der wissenschaftlichen Leitung von Herrn Professor David, dem unserer besonderer Dank für die besonders gelungene Veranstaltung gilt, wurden in Zusammenarbeit mit dem Qualitätsbüro Berlin (QBB), vertreten durch Frau Ziegert, die Perinatal- und Neonatalerhebungen des Vorjahres präsentiert.

Der zweite Teil der Sitzung widmete sich dem vaginal-operativen Geburtsmodus. Nach einer kurzweiligen historischen Einführung durch Herrn Professor David („Keine Bange, wir holen eine Zange“), folgte die Darstellung des aktuellen Standes des zunehmend seltener gewählten Geburtsmodus durch Herrn Professor Abou-Dakn.

Durch anschauliche Lehrvideos und Darstellung des neuen Simulations-Lehrzentrums der Charité, konnte Herr Dr. Hinkson das Publikum für neue Bestrebungen zur besseren Ausbildung in der vaginal-operativen Geburtshilfe motivieren.

Befürchtungen, dass eine vaginal-operative Geburt bei korrekter Indikation ein untragbares Trauma für Mutter oder Kind darstellen würden, wurden durch Frau Professorin Schwarz (Hebammenwissenschaften) und Herrn Privatdozent Jochum (Pädiatrie) entkräftet. Die Take-Home-Message für das aufmerksame Publikum: Mit entsprechender Ausbildung und Zusammenarbeit im geburtshilflichen Team sowie korrekter Indikation und Kommunikation mit der Patientin stellt die vaginal-operative Geburt einen sicheren Geburtsmodus für Mutter und Kind dar und kann unnötige Kaiserschnitte und Geburtskomplikationen verhindern.


Am 17.10. fand die wiederum zahlreich besuchte wissenschaftliche Sitzung der GGG-B mit dem Schwerpunkt Mamma statt. Neben der beeindruckenden Fallvorstellung über einen monströsen Phylloidestumor durch Frau Dr. Berger aus dem Waldkrankenhaus Spandau, freuten wir uns ganz besonders über den Besuch aus Hamburg durch Herrn Prof. Hackelöer, der über den Stellenwert der additiven Sonographie der Mamma referierte. Wir danken Frau PD Dr. Kettritz für die anschauliche und kritische Darstellung der Mammmographie, sowie Frau Prof. Liedtke für ihren lebhaften Vortrag zum Triple-negativen Mammakarzinom. Prägnant präsentierte Frau Dr. Marschke aus dem Hedwigs-Klinikum Fakten zur postoperativen und postpartalen Harnblasenentleerungsstörung. Die nächste Sitzung findet am 21.11.2018 mit der Vorstellung der aktualisierten Perinataldaten statt. Der Vorstand der GGG-B freut sich weiterhin über Vorschläge zur Vorstellung von interessanten Kasuistiken durch junge Kolleginnen und Kollegen.


Das Ehrenmitglied der GGGB, Professor Heribert Kentenich, wurde am 21. September 2018 mit der Georg-Klemperer-Ehrenmedaille, einer Auszeichnung der Ärztekammer Berlin für besondere Verdienste in der Patientinnenversorgung Berlins und ein herausragendes Engagement für das Ansehen der Ärzteschaft, geehrt.

Die Laudatio hielt die Vizepräsidentin der Berliner Ärztekammer, Dr. Regine Held (zum Bericht der Ärztekammer).


Am 19.9. folgte die erste wissenschaftliche Sitzung der GGG-B nach der Sommerpause mit dem Themenschwerpunkt der Frühgeburt. Dem großen Interesse der über 100 Teilnehmer wurden die außerordentlichen Referenten in jeder Weise gerecht.
Neben den Ausführungen zu den Vorteilen der antenatalen Steroidgabe durch Herrn Professor Bührer und der Vorstellung der palliativen Versorgung von Neugeborenen an der Grenze zur Lebensfähigkeit durch Herrn Dr. Garten, führten die Vorstellung des Totalen Muttermundsverschlusses (Frau Dr. Rammsauer) und die Darstellung Einsatzgebiete des Pessars (Prof. Dr. Arabin) zu lebhafter Diskussion. Herr PD Dr. Kaufmann machte mit seinem Referat über die Erfahrungen des HPV-Screenings in Ghana den Auftakt zu unserem neuen Schwerpunkt des "Blickes über die Ländergrenzen".
Ein herzlicher Dank gilt den Referenten und dem interessierten Auditorium.
Die nächste Sitzung findet am 17.10. 2018 statt.


Am 16. Mai wurde der neue Vorstand gewählt. Von links nach rechts Prof. Dr. Wolfgang Henrich (Vorsitzender) , Dr. Lisa Dröge (Schriftführerin) , Dr. Elke Keil (Past-Vorsitzende), Dr. Stefan Skonietzki (Schatzmeister) und Dr. Martina Dombrowski (Stellvertretende Vorsitzende). Der Vorstand wünscht Ihnen eine schöne und erholsame Sommerpause und plant ein wissenschaftlich relevantes und vielfältiges Programm für die zukünftigen Sitzungen 2018/2019. Wir freuen uns auf Ihr zahlreiches Erscheinen bei der nächsten Sitzung am 19.09.2018.


Am 16. Mai 2018 wurde mit großer Mehrheit ein neuer Vorstand gewählt, dem nun Prof. Dr. Henrich, Frau Dr. Dombrowski, Frau Dr. Dröge und Dr. Skonietzki sowie Frau Dr. Keil als "Past-Presidentin" angehören. Prof. Henrich als neuer Vorsitzender der GGGB dankte der scheidenden Vorsitzenden Frau Dr. Keil herzlich für ihre engagierte Arbeit!


Die Sitzung am 21.3.2018 war dem Scherpunktthema „Grenzen in der Gynäkologie“ gewidmet. Vor einem interessierten Publikum stellten Frau Priv.Doz. Dr. Mangel die chirurgische Sicht, Herr Prof. Weber-Carstens (Foto) die Grenzen der Intensivmedizin und Prof. Kreß die ethischen Perspektiven in beeindruckenden Vorträgen dar. Alle Vorträge und das Attachment von Prof. Kreß finden Sie ebenso auf der Homepage im Menü Vorträge.


Auf der wiederum gut besuchten Sitzung der GGGB am 14. Februar gab es neben einer interessanten Kasuistik aus dem Sana Klinikum Lichtenberg und zwei wichtigen Vorträgen von Prof. Blohmer (Nachsorge bei Mammakarzinom) und Prof. Abou Dakn (Adipositas und Schwangerschaft) eine komprimierte, mit viel Fachwissen vorgetragene Darstellung der Berliner Krankenhausbaugeschichte der letzten 300 Jahre durch den Architekten Dr. Peter Pawlik, die illustriert wurde durch zahlreiche historische Postkarten von Berliner Kliniken aus dem 19. und 20. Jahrhundert.


Kraatz-Preis an PD Dr. Stefan Verlohren verliehen

Bei der Januarsitzung der GGGB wurde der Kraatz-Preis an PD Dr. Stefan Verlohren für seine herausragende Forschungstätigkeit auf dem Gebiet der Präeklampsie verliehen; hier mit dem Vorsitzenden der Kraatz-Preis-Jury, Prof. J. Sehouli, der Vorsitzenden der GGGB, Frau Dr. E. Keil und Laudator Prof. W. Henrich (von li. nach re.).

Der Kraatz-Preisträger PD Verlohren bei seiner Dankesrede, bei der er auch wesentliche Forschungsergebnisse aus seinen Präeklampsie-Studien vorstellte.


Statement zum Paragraphen 219a StGB

Aus aktuellem Anlass sprechen sich Vorstand und Beirat der Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe in Berlin (GGGB) wie eine Reihe anderer Fachgesellschaften sowie gesundheits- und frauenpolitischer Verbände

auch für eine Streichung des Paragraphen 219a StGB aus.

Die schwierige und verantwortungsvolle Entscheidung einer Frau für oder gegen einen Schwangerschaftsabbruch setzt eine umfassende und sachliche Information voraus, was durch den Paragraphen 219a StGB in seiner jetzigen Form erschwert wird.


Dr. med. Elke Keil

Vorsitzende der GGGB








Wissenschaftliche Sitzung am 18.10.2017

Bei der gutbesuchten GGGB-Sitzung am 18.10. 2017 ging es in den beiden interessanten Hauptvorträgen um Mythen:

Das "Dogma HPV beim Zervixkarzinom" (Referent: Prof. Kühn/Berlin) und um von Dr. Lütje/Hamburg (Foto) eloquent vorgetragene Gedanken zu "Mythen in der Geburtshilfe", die rege diskutiert wurden.






Auf der ersten, gutbesuchten Sitzung der Saison 2017/2018 (erstmals mit der neuen Anfangszeit 18.30 Uhr) präsentierte u.a. Frau Dr. Schwertner-Tiepelmann (Dt. Beckenbodenzentrum) Daten zur den Folgen schwerer Dammrisse für den Beckenboden und deren optimaler Behandlung, die rege diskutiert wurden.



Wissenschaftliche Sitzung am 20.09.2017





Mehr als 30 interessierte Kolleginnen und Kollegen nahmen an dem von M. David und A. Ebert organisierten medizinhistorischen Rundgang durch das Charité-Gelände in Mitte auf den Spuren von Nobelpreisträgern und -kandidaten teil.

Das Thema Nobelpreis wurde dann durch den sehr interessanten Vortrag von Dr. Nils Hansson über einige gynäkologische Nobelpreisträger-kandidaten vertieft.


Der Vorstand wünscht allen Mitgliedern der GGGB einen schönen und erholsamen Sommer!






Auswertung von Fragebögen an Berliner Assistenzärzte zur Programmgestaltung der GGG-B

Der Vorstand der GGGB hat im ersten Quartal 2017 eine Umfrage unter den Berliner Assistenzärzten durchgeführt. Ihnen sollte Gelegenheit gegeben werden, sich durch aktives Mitwirken in die Programmplanung der Gesellschaft einzubringen.

Der Rücklauf war mit ca. 10% der Angefragten leider nur sehr gering. Jedoch wurden generell Zeitprobleme angeführt, welche die Teilnahme an den wissenschaftlichen Sitzungen verhindern. Um dieses Problem zu lösen, wird die Anfangszeit der Sitzungen überdacht und nach Möglichkeit vorverlegt werden. Zudem gab es viele Themenwünsche, welche in die Programmplanung der nächsten Saison einfließen werden.

Wenn Sie die Möglichkeit haben, können Sie sich jederzeit noch an der Umfrage beteiligen. Den Fragebogen finden Sie im Anhang. Wir bedanken uns für die Bereitschaft zur Teilnahme!

Elke Keil
Vorstandsvorsitzende

Fragebogen zur Programmgestaltung der GGG-B

Download (pdf-Datei, 54 KB)
Aktualisierung: 04.05.2017





Prof. Hans-Joachim Lang (Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft der Universität Tübingen) bei seinem beeindruckenden Vortrag über die janusköpfige Vita des Gynäkologen Carl Clauberg und seine verbrecherischen Sterilisationsversuche an Frauen im KZ Auschwitz.



Wissenschaftliche Sitzung am 19.04.2017





Ausschreibung Helmut-Kraatz-Preis 2017

Die Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe in Berlin (GGG-B) vergibt zum zehnten Mal den Helmut-Kraatz-Preis, ihren Wissenschaftspreis zur Förderung des klinisch-wissenschaftlichen Nachwuchses.

Preishöhe:
2.000 Euro, eine Urkunde und eine Kraatz-Plakette

Einreichungsschluss:
15. Juli 2017

Verleihung:
Die Verleihung erfolgt auf der wissenschaftlichen Sitzung der GGGB am 17. Januar 2018.





Die März-Sitzung der GGGB war ausschließlich dem Schwerpunktthema "Migrantinnen in der Frauenheilkunde - Herausforderungen, Chancen, Lösungsvorschläge" gewidmet.

Neben Konzepten für eine bessere Versorgung von Migrantinnen (Prof. Dr. Borde) ging es in den interessanten Vorträgen um Lösungswege für eine adäquate Sprachmittlung bei Frauen mit Migrationshintergrund (Dr. Schlichtenberger) und die möglichen psychischen Folgen der Zuwanderung (PD Dr. Schouler-Ocak). Die Vorträge wurden vom interessierten Publikum rege mit den Referentinnen diskutiert.






Geburtshilfe und Frauenheilkunde

Im Februar-Heft der "Geburtshilfe und Frauenheilkunde" 2017 sind alle Abstracts der GGGB-Sitzungen 2016 veröffentlicht.

Thieme





Besonderen Anklang fand auf der Februar-Sitzung der GGGB der Vortrag von PD Dr. Aarne Feldheiser, der das sog. ERAS (Enhanced recovery after surgery)-Konzept für die perioperative Betreuung von Patientinnen vorstellte.






Die weiteste Anreise zum Vortrag bei der ersten wissenschaftlichen Sitzung der GGGB im Jahr 2017 hatte Prof. Dr. Christoph Brezinka/Innsbruck, der in seinem aufschlussreichen medizinhistorischen Vortrag über die Abläufe und Folgen kriegsbedingter Ausquartierungen von Frauenkliniken während des Zweiten Weltkriegs berichtete.

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Letzte Änderung: 28.10.2019



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