GGG, Gesellschaft für Geburtshilfe und Gynäkologie in Berlin



Erste wissenschaftliche Sitzung 2023
zum Thema Zervix uteri

Die ReferentInnen der wissenschaftlichen Sitzung mit Schriftführerin Frau Dr. Lisa Lorenz-Meyer, dem stellvertretendem Vorsitzenden Herrn Prof. Dr. Michael Abou-Dakn und der Vorsitzenden Prof. Dr. Mandy Mangler

Am letzten Mittwoch, den 18.01. diskutierten rund 60 TeilnehmerInnen im Hörsaal der Kaiserin-Friedrich-Stiftung zum Thema Zervix uteri, 60 weitere TeilnehmerInnen schalteten sich online dazu.

Den Auftakt zur Sitzung machte Frau Eva-Maria Payrich, Doktorandin in der Arbeitsgruppe von Herrn PD Dr. Andreas Kaufmann der Charité, mit der Vorstellung der Ergebnisse zur HPV-Selbsttestung gegenüber der Testung durch GynäkologInnen. Wie in der Literatur bereits beschrieben, zeigten auch die vorgestellten Daten eine hohe Konkordanz zwischen Testung durch Patientinnen selbst im Vergleich durch Testung des ärztlichen Personals. Im Auditorium wurde daraufhin die Frage diskutiert, inwieweit eine Heim-Testung wirklich zusätzlich Frauen, die nicht zum ärztlich angebotenen Screening gehen würden, untersucht werden, oder die Heimtestung zu einer Verschlechterung der Versorgungslage führen könnte.

Herr Dr. Christopher Kossagk, Chefarzt in den Parkkliniken Weißensee sowie Frau Finas Jakubek, Oberärztin im Auguste-Victoria-Klinikum in Schöneberg stellten im Anschluss Erfahrungen und Auswertungen ihrer Dysplasiesprechstunden in Bezug auf die geänderte Screening-Leitlinie mit HPV-Testung vor: Letztendlich betonten beide ReferentInnen die hohe Progressionsrate bei HPV-positiven Befunden, selbst bei negativer Zytologie in der Frauenarztpraxis und stellten Kasuistiken Ihrer Sprechstunden mit letztlich doch auffälligen Kolposkopien und dann entsprechendem postoperativem pathologischen Befund dar. Als Fazit wurde damit die verbesserte Erkennung von HSIL-Befunden durch die neue Richtlinie genannt.

Inwieweit- und wie lange auch höhergradige Läsionen der Zervix uteri unter gegebener Regressionsrate konservativ betreut werden können, präsentierte Frau Dr. Alexandra Coumbos. Hier kam im Auditorium zu regen Gesprächsbeiträgen, die die Gefahr der (unbemerkten) Progression zum Zervixkarzinom mit den Komplikationen von Frühgeburtlichkeit nach Konisation besonders bei jungen Patientinnen abwogen.

Das Ende des wissenschaftlichen Teils der Sitzung bereitete Herr PD Dr. Dominique Finas, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe in Havelhöhe. Er stellte in seinem Vortrag die Entwicklungen zur molekulargenetischen Bedeutung mit Prognose- und Therapieoptionen bei Endometrium- und Zervixkarzinom vor.

Die Sitzung endete wie immer mit einem gemeinsamen Buffet.